Mit Achtsamkeit zu einem nachhaltigeren Leben

 

Wir leben in einer Zeit, die immer schnelllebiger wird. Wir arbeiten mehr und mehr, nehmen uns immer weniger Zeit für uns selbst, vergessen uns selbst, unsere Bedürfnisse und übersehen zu oft das, was wir tatsächlich im Leben brauchen. Die Entwicklung in jeglichen Bereichen gönnt sich auch keine Pausen mehr. Wie im Lauftakt kommen immer neuere Produkte auf den Markt. Kaum hat sich das eine etabliert, kommt schon das nächste, bessere Modell raus. Dadurch wird uns suggeriert, dass wir immer ein bisschen hinterherhinken, dass wir aufholen müssen, um aktuell zu sein, dass wir nicht pausieren dürfen, damit wir ja nicht den Anschluss verpassen. Die Folgen davon: Ein Leben im Morgen, hohe Stressbelastung und übermäßiger Konsum. 

Und genau hier tangieren sich die beiden scheinbar zusammenhanglosen Begriffe der heutigen Thematik: Achtsamkeit und Nachhaltigkeit. Doch was genau hat ein wesentlicher Bestandteil der buddhistischen Lehre mit einer umwelt- und klimapolitischen Angelegenheit zu tun?

Was genau bedeutet eigentlich Achtsamkeit?

Unter Achtsamkeit wird im Grunde etwas sehr simples verstanden: Das Leben im Hier und Jetzt, gänzlich ohne Ablenkung und Gedanken an Vergangenes oder Zukünftiges. Doch trotz dessen, dass es sich so einfach anhört, ist es schwer in die Tat umzusetzen, so dass es kaum eine*r von uns praktiziert. Dabei würde eine achtsame Geisteshaltung sich sowohl positiv auf das eigene Leben wie auch auf das Umfeld und die Umwelt ausüben. Durch die Konzentration auf den aktuellen Moment könnten wir uns wieder über unsere tatsächlichen Bedürfnisse bewusst werden. Wir würden erkennen, was wir genau jetzt brauchen, um glücklich zu sein, ohne dass extrinsische Einflüsse dies verfälschen. Doch nicht nur sich selbst gegenüber wäre man aufmerksamer. Mit mehr Achtsamkeit im Leben nimmt man auch sein Umfeld wieder anders wahr und hat Augen für Dinge, die im stressigen Alltag oft übersehen werden.

So wird durch mehr Achtsamkeit das Bewusstsein gesteigert, man lebt und konsumiert infolgedessen einfach bewusster. Und genau dies ist ein wichtiger Faktor, um mehr Nachhaltigkeit in das eigene Leben zu integrieren. 

 

 

 

Was hat unser Konsum mit Nachhaltigkeit zu tun?

Nachhaltigkeit hat direkt etwas mit unserem persönlichen Konsum zu tun. Egal in welchem Bereich wir konsumieren, sei es Kleidung, Elektronik oder Lebensmittel, es wirkt sich alles auf die Umwelt und das Klima aus. So werden beispielsweise für viele Konsumgüter Unmengen an Wasser benötigt. Während allein für den direkten Verbrauch, wie Trinken, Putzen, Duschen oder ähnliches, täglich pro Kopf knapp 121 Liter Trinkwasser gerechnet werden, kommen nochmal ganze 3.900 Liter Wasser pro Person aufgrund indirekten Verbrauchs durch Konsumgüter hinzu. Dieses Wasser wird auch “virtuelles Wasser” genannt. Doch wie kommt es so ganz unbemerkt zu solch einer hohen Summe? Das liegt daran, dass für alles Wasser benötigt wird. Obst muss bewässert werden, genauso wie Baumwolle oder Kaffeepflanzen. 

Ein durchschnittlicher Apfel allein benötigt bis zum Verkauf 125 Liter Wasser. Für das Fleisch, das wir konsumieren, müssen die Tiere erst jahrelang mit Pflanzen gefüttert werden, die ebenfalls bewässert werden. So kommt auf ein Kilo Rindfleisch 15.400 Liter Wasser. Neben dem Wasser, welches für die Produktion verbraucht wird, konsumieren wir in unserem Alltag auch oftmals Produkte und Lebensmittel, welchen für das Volumen Wasser hinzugefügt wird. Hafermilch und Flüssigwaschmittel stellen unter anderem solche Produkte dar. Beide Produkte bestehen im üblichen Handel aus um die 80% Wasser. Dies ist zum einen unnötig und zum anderen benötigen solche Konsumgüter natürlich auch ein größeres Volumen beim Transport, wodurch mehr CO2 ausgestoßen wird. Vermieden werden kann dies durch hochkonzentrierte Alternativen, in welchen das Wasser als Füllstoff weggelassen wird und wie Kuno beispielsweise eine darstellt.

Doch nicht nur Wasserverbrauch ist eine Auswirkung unseres Konsums. Für unsere Lebensmittel wird oftmals auf Düngemittel und aggressive Pestizide zurückgegriffen, die sich daraufhin mit unserem Grundwasser vermischen und unsere Umwelt belasten. Des Weiteren befindet sich in vielen Produkten, wie Kosmetikartikel oder Lebensmittel, Palmöl. Inzwischen achten viele Hersteller darauf, dass das verwendete Palmöl aus zertifizierten, nachhaltigen Quellen kommt. So garantiert beispielsweise das RSPO-Zertifikat hohe Standards sowohl bei der Produktion als auch bei der Lieferkette und verspricht ein sozial- und umweltgerecht gewonnenes Palmöl. Dies wird durch regelmäßige Kontrollen gewährleistet (weitere Infos unter: https://rspo.org/certification). Doch leider existieren neben Produkten, die zertifiziertes Palmöl enthalten, immer noch genügend weitere Konsumgüter, welche Palmöl aus unüberwachten und unzertifizierten Quellen beinhalten. Ein solches Palmöl ist deshalb so schädlich für die Umwelt, da die Ölpalme, aus welcher das Palmöl bezogen wird, vor allem dort in Plantagen angepflanzt wird, wo einst Regenwald wucherte: In Malaysia, Indonesien, Südamerika und Afrika. Demzufolge werden für die Herstellung von unzertifiziertem Palmöl riesige Flächen Regenwald abgeholzt. Inzwischen betragen, laut WWF, die Palmölplantagen weltweit eine Fläche von zwölf Millionen Hektar. Das entspricht in etwa der Größe von Bayern und Niedersachsen zusammen. Damit löscht der Mensch einen Ort aus, der die Heimat indigener Völker und einer riesigen Vielfalt von Flora und Fauna ist. 

Zudem fällt so eine der wichtigsten CO2-Neutralisatoren auf unserer Erde weg, da die Wälder dort maßgeblich dazu beitragen, das klimaschädliche Treibhausgas CO2 zu binden. Wodurch wir auch gleich die perfekte Überleitung zu einem weiteren Punkt haben: Dem CO2-Ausstoß durch unseren Konsum, verursacht insbesondere durch Produktion und Transport. Im Durchschnitt kommt in Deutschland im Jahr auf eine Person 11 Tonnen CO2. Allein 52% davon sind zurückzuführen auf materiellen Konsum und Lebensmittel.

Somit wird deutlich, dass wir durch unseren Konsum der Umwelt schaden. Und je unbewusster und unachtsamer dieser ist, desto schädlicher gehen wir vor. Wir konsumieren dann vielleicht mehr oder schlechter, achten nicht darauf, wo unsere Produkte herkommen, wie sie hergestellt wurden oder was sie enthalten. Denn vieles ist vermeidbar, vieles benötigen wir gar nicht und für das meiste gibt es bereits nachhaltigere Produkte, die beispielsweise kein Palmöl enthalten oder nicht erst aus Peru nach Deutschland transportiert werden müssen. Doch dies übersehen wir zu gerne in unserem schnellen und hektischen Alltag. Manchmal fehlt uns die Zeit dafür, die Geduld, aber zu oft auch einfach das Bewusstsein dafür. Deshalb ist es wichtig sich mehr und mehr in der Achtsamkeit zu lehren. Zum einen, um sich darüber bewusst zu werden, was man tatsächlich braucht und was dagegen nicht benötigt wird. Dies wäre schon ein wichtiger Schritt in der Reduktion des individuellen Konsums. Und zum anderen, um achtsamer und bewusster zu konsumieren, so dass man nicht mehr aus Gewohnheit zu den bereits im eigenen Leben etablierten Produkten greift, sondern sich intensiver damit auseinandersetzt und vielleicht nach Alternativen sucht, die einfach ein bisschen weniger schädlich für Umwelt und Natur sind. Damit tun wir uns selbst einen Gefallen, indem wir mehr auf uns hören und auf unsere tatsächlichen Bedürfnisse, und wir tun gleichzeitig der Umwelt einen Gefallen. Also eine absolute Win-Win- Situation :).

Und wie lerne ich nun Achtsamkeit?

Sich auf den Moment zu konzentrieren und kurz innezuhalten fällt uns allen schwer. Doch es gibt ein paar wirkungsvolle Methoden, um den Anfang einfach zu machen. So hilft beispielsweise Meditation oder Yoga, um eine kurze Auszeit zu nehmen und sich des Momentes bewusst zu werden. Auch mit einfachen Atemübungen, die zu jeder Zeit praktiziert werden können, kann der erste Schritt in ein achtsames Leben erfolgen. Dabei ist es nicht wichtig, wie oft oder wie lang, Hauptsache es wird gemacht. Und sich ab und zu im Alltag die Frage stellen: Was ist wichtig und was nicht :).