4 Methoden für einen minmalistischen Lebensstil

Jana Stark

Letzte Woche konntet ihr hier auf unserem Blog schon etwas über Minimalismus im Allgemeinen und im Besonderen, bezogen auf Nachhaltigkeit, lesen. Nun geht es heute direkt damit weiter:). Zu einem minimalistischen Leben gehört das Verbannen von unnötigen Dingen aus dem Leben und Alltag. Was und wie viel ihr verbannt, ist eine gänzlich individuelle Entscheidung und man lebt nicht mehr oder weniger minimalistisch, wenn noch ein paar Bilder an der Wand hängen oder in der Wohnung Dekoartikel stehen. Damit es euch allerdings etwas leichter fällt, herauszufinden, was für euch tatsächlich unnötig ist und was ihr doch noch benutzt oder für euch von Wert ist, gibt es einige Methoden des Aussortierens, die ich nun vorstellen möchte. Vielleicht ist ja eine passende für euch dabei ;). 

Die Karton-Methode

Die Karton-Methode ist eine relativ aufwendige und radikale, aber sehr effektive Methode, um auszumisten. Hierfür benötigt ihr erstmal ein paar Kartons, in die ihr all eure persönlichen Gegenstände packt. Am besten unterteilt ihr die Kartons in einzelne Bereiche, z.B.: Kleiderschrank, Kosmetik, Bad, Küche,.. Setzt euch einen Zeitraum, am besten ca. 3-4 Wochen, in denen ihr aus diesen Kartons lebt. Nur, wenn ihr wirklich etwas benötigt, nehmt ihr es aus den Kartons. Das müsst ihr dann auch nicht wieder zurück in die Kartons legen, sondern könnt es direkt wieder in die Wohnung einräumen, da es ja offensichtlich einen Sinn in eurem Alltag hat. Nach dem selbst festgesetzten Zeitraum könnt ihr schauen, was noch in den Kartons übrig ist und was ihr nun damit macht. 

Die Salami-Methode

Bei der Salami-Methode geht es im Wesentlichen darum, Stück für Stück vorzugehen, oder auf den Namen bezogen: Scheibe für Scheibe ;). Sucht euch also zu Beginn erstmal kleine Teilbereiche eurer Wohnung raus, die ihr ausmisten wollt. Schubladen eigenen sich dafür beispielsweise für den Anfang hervorragend, denn hier sammelt sich gerne jeglicher Krimskrams. Nehmt alles, was ihr darin so finden könnt, heraus und legt das, von dem ihr überzeugt seid, dass es unnötig ist, direkt in einen Korb. Und so arbeitet ihr eure gesamte Wohnung ab, Schublade für Schublade, Schrank für Schrank und Regal für Regal. So erlangt ihr erstens wieder einen Überblick über euer gesamtes Hab und Gut, könnt gleichzeitig wieder etwas Ordnung schaffen und effektiv aussortieren.

Die KonMari-Methode

Die KonMari-Methode wurde von einem der Minimalismus-Stars unserer heutigen Zeit entwickelt: Marie Kondo, bekannt unter anderem durch ihre Bücher und eine Netflix-Serie. Bei dieser Methode wird ebenfalls Stück für Stück vorgegangen. Die einzelnen Bereiche sind aufgeteilt in: 1. Kleidung, Schuhe und Taschen, 2. Bücher, 3. Papiere (Dokumente, etc.), 4. Restlicher Kram (wie Dekoartikel, Schreibwaren,..) und 5. Erinnerungsstücke. Und genau in dieser Reihenfolge soll man vorgehen, da sich Klamotten meist am besten aussortieren lassen. Alle Gegenstände aus einem Bereich werden zusammen auf einen Haufen gelegt. Nun nehmt ihr jedes Ding einzeln in die Hand und fragt euch, ob es euch Freude bereitet (“Does it spark joy?”). Wenn nicht, sofort weg damit ;). Und wenn doch, darf es wieder an seinen Platz zurück.

Eat-the-Frog-first

Bei der Eat-the-Frog-first-Methode beginnt man ganz radikal mit dem, was einem am schwersten fällt auszusortieren. Das sind meist Erinnerungsstücke, da hier die meisten Emotionen mit verbunden werden. Es ist auch hier absolut nicht notwendig alles auszusortieren, da vor allem in diesem Bereich oftmals nichts dabei ist, das einen tatsächlichen “Zweck” hat. Man sollte sich dabei nur fragen: “Behalte ich es, da ich es tatsächlich wegen der Erinnerungen schätze oder behalte ich es, da ich sonst Schuldgefühle hätte es wegzuwerfen?” Bei ersterem am besten behalten und bei zweiterem weg damit. Notfalls kann man noch ein Foto von besagtem Objekt machen, so behält man trotzdem noch eine Erinnerung daran. Und sobald das Schwerste einmal in Angriff genommen wurde, fällt es einem ganz leicht auch die restlichen Dinge auszusortieren.

Capsule Wardrobe

Bei der Capsule Wardrobe geht es im Prinzip darum, nicht mehr als 37 Kleidungsstücke für jede Jahreszeit zu besitzen. Der Gedanke dahinter ist einen Kleiderschrank zu haben, hauptsächlich gefüllt mit zeitlosen und qualitativ hochwertigen Designs, die gut kombinierbar sind. So kann man sich besser bei Trenderscheinungen zurückhalten und man unterstützt die Fast Fashion Industrie nicht mehr allzu sehr.

No-buy Challenge

Die No-buy-Challenge eignet sich perfekt dazu, um nach dem Aussortieren nicht direkt wieder alles neu aufzufüllen. Hierbei geht es darum eine Zeit lang, für gewöhnlich 30 Tage, nichts Neues zu kaufen, ausgeschlossen natürlich Lebensmittel. Dies soll nachhaltig bewirken, dass man in Zukunft bewusster, nicht mehr nebenher und unbemerkt einkauft. So werden Impulskäufe vermieden und es garantiert einen nachhaltigen, minimalistischen Lebensstil ;).

Und was passiert danach?

Die aussortierten Gegenstände sollten nicht direkt weggeschmissen werden, da es vor allem um die Dinge schade wäre, die eigentlich noch gut erhalten und lediglich unnötig für euch sind. Das widerspräche auch einer nachhaltigen Lebensführung. Stattdessen bietet es sich an, solche Dinge zu verkaufen. Im Internet gibt es hierfür jede Menge Börsen. So eignen sich für Klamotten beispielsweise die Plattformen Vinted, Mädchenflohmarkt, Ebay, Kleiderkorb oder Momox sehr gut. Wer sich den Aufwand ersparen möchte Kleidung zu fotografieren, zu verpacken und verschicken, der kann auch mal beim Second-Hand Laden ums Eck anfragen, ob sie vielleicht an den Klamotten interessiert wären. Eine andere Möglichkeit wäre es die Klamotten zu spenden, an Sozialkaufhäuser, soziale Einrichtungen in der Region, Hilfsorganisationen, Caritas, das rote Kreuz,.. Hier gibt es eine Menge Optionen. Einfach mal herumfragen und es werden sich sicherlich dankbare Abnehmer*innen finden. 

Geschirr, Haushaltsgeräte, Deko, Möbel und Elektronik kann auch sehr gut auf Plattformen wie Ebay verkauft werden. Aber auch hier gilt das gleiche wie bei den Klamotten, Sozialkaufhäuser und Co. freuen sich jederzeit über solch eine Sachspende. 

Für Bücher, CDs und DVDs eignen sich Plattformen wie Momox, Medimops, Fairmondo oder booklooker sehr gut. Aber auch regional gibt es oft Tauschbörsen-Angebote. Oftmals sind das Bücherregale mitten in der Stadt, in die ihr eure aussortierten Bücher stellen könnt, damit sie eine*n neue*n Besitzer*in finden. 

Natürlich bietet es sich auch an erstmal im Freundes- und Familienkreis nachzufragen, ob jemand die aussortierten Sachen benötigen könnte. Wer das ganze mit einem kleinen Event verbinden will, kann zum Beispiel auch mit Freunden einen kleinen privaten Flohmarkt oder eine Tauschbörse starten. 

Wie gelingt es am besten, den Minimalismus langfristig fortzusetzen?

Sobald erstmal alles Unnötige aussortiert wurde und nur noch das Wesentliche bleibt, ist es das Beste Ordnung beizubehalten, indem zum Beispiel herumfliegende kleine Dinge zusammen in Boxen verstaut werden. Das sieht erstens schöner aus und zweitens bringt es mehr Struktur und Überblick in die Wohnung. Damit das Besitztum nun auch reduziert und wesentlich bleibt, ist es wichtig bei jedem Gegenstand und Kleidungsstück, das man beim Einkaufen in der Hand hält, kurz innezuhalten und sich selbst zu fragen: “Brauche ich das wirklich?”. So fördert ihr zum einen das Bewusstsein für euer Kaufverhalten und zum anderen wird euch auffallen, dass das meiste tatsächlich eher sinnlos ist. Und falls man sich doch selbst mal nicht sicher ist, einfach ein, zwei Nächte darüber schlafen und überlegen, ob der besagte Gegenstand tatsächlich im Haushalt fehlt oder ob man auch gut ohne ihn leben kann. Und, wie gesagt, die No-buy-Challenge eignet sich hervorragend, um sich selbst in seinem Kauf- und Konsumverhalten zu reduzieren. Auch wenn es ein sehr radikaler Einstieg ist, aber so werden Impulskäufe bestens abtrainiert und sind keine unbewusste Gewohnheitssache mehr. Da es auch bei Lebensmitteln oft zu verschwenderischen Einkäufen durch Überkonsum kommt, ist es hier sinnvoll sich seine Woche zu planen und einen Einkaufszettel zu schreiben. So kann man in diesem Bereich auch sicherstellen, dass nur das Benötigte eingekauft wird und anschließend nichts im Müll landen muss, weil man sich selbst mal wieder überschätzt hat. 

Mit diesen Vorgehensweisen ist garantiert, dass ihr nachhaltig und minimalistisch leben und konsumieren könnt. Allerdings ist das natürlich zuerst mit einem großen Aufwand und einem hohen Maß an Selbstdisziplin verbunden. Deshalb sollte man dabei nicht zu streng mit sich sein, da das oft im Scheitern an der Sache endet. Aber mit der Zeit wird es zur Gewohnheit und dann wird sich der ganze Aufwand gelohnt haben ;): Also einfach mal anfangen und schauen, wo und wie es endet. 

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